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Projekt · Bachelor

Sawubona

Ein Kompendium das zeigt, dass es mehr als nur „gute” und „schlechte” Gefühle gibt.

stehendes, aufgeschlagenes Buch mit dem Buchrücken zu den Betrachtenden

Ich sehe dich und indem ich dich sehe, verhelfe ich dir zum Sein.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir für unsere Stärke gelobt werden. Wenn wir gefragt werden, wie es uns geht, fällt die Antwort meistens gleich aus. Doch Stimmungen sind viel mehr als nur „gut“ oder „schlecht“.

„Sawubona“ soll zum Fühlen anstoßen und die unendliche Vielfalt der Emotionen offenbaren. Weltweit existieren Begriffe zu Emotionen, die wir instinktiv wieder erkennen, für die es in unserer Sprache aber kein exaktes Äquivalent gibt. Diese Begriffe werden in einem Kompendium gesammelt und helfen uns dabei, unsere eigenen Emotionen zu verbalisieren. Neben dem Kompendium besteht die Möglichkeit, unsere eigenen Emotionen zu generieren und durch Animationen zum Leben zu erwecken.

Im afrikanischen Stamm der Zulu begrüßt man sich mit „Sawubona“. Übersetzt heißt das „Wir sehen dich“. Mit dieser Begrüßung wird der Person gegenüber vermittelt, dass ihr die ganze Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ihre Erfahrungen, Leidenschaften, Ängste, Stärken, Fehler und Schwächen. Alles wird offenbart. Und alles wird angenommen, weil sie von Wert sind. Statt sein Inneres vor anderen zu verbergen, wird es voneinander angenommen, indem man sich langsam begegnet. Es ist eine Einladung aufeinander zuzugehen und zu versuchen das Innere des Gegenübers nachzuempfinden und wahrzunehmen. Dadurch entsteht ein Raum, um gehört zu werden. Und genau da soll diese Arbeit ansetzen. Ganz egal wie diffus oder banal unser Innenleben sein mag, ich sehe dich und indem ich dich sehe, verhelfe ich dir zum Sein.

Das Projekt soll zeigen, dass es mehr als nur „gute” und „schlechte” Gefühle gibt. Auf Dauer kann die Starrheit uns schaden, deshalb sollten wir die schöne Komplexität unseres Innenlebens annehmen, unseren Gefühlen vertrauen und auch unseren komplexen Gefühlen Aufmerksamkeit schenken. „Sawubona“ hilft uns dabei, unsere Gedanken und Gefühle zu formen und neue Wörter für diese Diffusität zu finden.

Der Moment, in dem wir unserem Innenleben einen Namen geben, ist der Moment, in dem wir unsere Realität und unsere Sicht verändern. In gewisser Weise geben wir unsere Kontrolle ab, indem wir uns unserem Innenleben hingeben. Wir sagen somit: „„So fühle ich mich und das ist okay so.“ Oftmals hilft es schon über die Gefühle anderer (Kulturen) zu lesen, um uns weniger einsam oder eigenartig zu fühlen. Sie ermöglichen uns, uns mit den Gefühlen anderer zu identifizieren und spenden uns Trost. Darin liegt die Kraft von Worten.