Direkt zum Inhalt wechseln
Home

Kommunikationsdesign

Warenkorb
Beitrag

Oecho

Kommunikationskampagne dreier Master-Alumni auf der DDC-Shortlist von »Was ist gut?«

Vier Plakate an einer schwarzen Gebäudewand

Nach Projekten, die die Welt verbessern, suchte der DDC-Wettbewerb Was ist gut?. Demokratisch sollte der Wahlprozess sein, 266 Projekte wurden eingereicht. Am Ende gab es eine Shortlist mit den 20 besten Ideen. Eine davon ist oecho – eine Kampagne der Alumni Vincent Leinweber, Laura Reis und Telmo Parreira.

oecho ist eine Kommunikationskampagne, die mit Postern und einer Website in vielen verschiedenen Sprachen Menschen zur Teilnahme bei Aktionen und/oder Vereinen ermutigen soll, die sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder sozialer Gerechtigkeit beschäftigen.

Der Clou: Die Poster sind jeweils nur in einer Sprache – die nicht deutsch ist – gedruckt. Somit werden explizit die Leute angesprochen, die die jeweilige Sprache beherrschen. Und die sich direkter angesprochen fühlen, als es ein deutschsprachiges Plakat täte. 

Die einzelnen Poster informieren über einen Missstand und bieten gleichzeitig eine Möglichkeit, sich an der Bekämpfung dieses Missstands zu beteiligen. Die Informationen werden immer mit einem konkreten Zahlenwert (beispielsweise 13.000.000 Tonnen Lebensmittel) belegt.

Laptop mit Webseite. Hellblaue, serifenlose Schrift auf weißem Grund. Navigation: OECHO / EN / Info, Fließtext: The Rhinne is one of the most polluted rivers in the world, with almost 900,000 microplastic particles per km2. Join us at the RhineCleanUp on 12th September and let's clean it together.

Diese Zahlen dienen zum einen zur Verdeutlichung der Aussage, als auch dazu, die Plakate unterscheidbar zu machen. Denn auch wenn die Sprachen und Schriftsysteme auf den Postern sich unterscheiden, sind die Zahlenzeichen in der Regel übergreifend gleich.

So erkennt die Rezipient:in auch in einem kyrillisch-geschriebenen Plakat eine Zahl, die von der auf dem beispielsweise englischen abweicht. Das weckt Neugier nach den Informationen auf den anderen Plakaten und stellt einen Anreiz dar, sich weitergehend auf der Website zu informieren. Auf der Webseite findet dann die Rezipient:in die Informationen in allen verfügbaren Sprachen.

Da Sprache und Schrift konzeptuell im Vordergrund der Kampagne stehen, fokussiert sich auch die Gestaltung darauf. Einziges weiteres Element sind die Farbblöcke, deren Kolorierung Vincent Leinweber, Laura Reis und Telmo Parreira von den 17 Zielen für eine Nachhaltige Entwicklung der UN entlehnt haben. Diese 17 Ziele liefern gleichzeitig die Themen, die die Gestalter:innen auf den Plakaten aufgreifen. 

Zweigeteilte Darstellung. Links gelbe Schrift auf weiß: Visualisierung / Ein Plakat in der eigenen Sprache in einer fremdem Umgebung zu sehen berührt die Betrachter*innen auf eine Art, di ein rein deutschsprachiges Plakat nicht könnte. Gleichzeitig weckt da Sehen von verschiedenen Plakaten in Sprachen, die man nicht versteht, die Neugier zu wissen, was sie sagen. Wir nennen das den Sendung-mit-der-Maus-Effekt, nach der ikonischen Zweisprachigkeit des Intros der Sendung. Die Kampagne soll darum auf Plakaten im öffentlichen Raum stattfinden. Rechts Foto eines Plakates mit gelber Schrift auf einem Stromkasten

Die Kampagne ist im Master Stuffed Birds entstanden. Ausgangspunkt waren die Forschungsergebnisse des ISOE (Institut für Sozialökologische Forschung, Frankfurt), betreut wurden Vincent Leinweber, Laura Reis und Telmo Parreira durch das gesamte Professor:innen-Team Charlotte Schröner, Eberhard Kirchhoff, Monika Aichele, Matthias Riedel und Karen Knoll.

Anfang des Jahres haben die drei Gestalter:innen das Konzept beim DDC zum Designwettbewerb „Was ist gut?“ eingereicht und wurden in die Shortlist mit den 20 besten Ideen aufgenommen. Der Wettbewerb selbst war ein besonderes Experiment. Denn anstelle einer Jury, die eine:n Sieger:in kürt, wurden in einem eintägigen Workshop die Finalist:innen von den Nominierten selbst gewählt. So hatten alle die Chance, die Menschen hinter den anderen Projekten kennen zu lernen, sich auszutauschen und dann in mehreren Wahlrunden im Konsens zu beschließen, welche Konzepte den Sieg und das Preisgeld von 10.000 Euro mitnehmen dürfen.

Eine positive, transparente und inspirierende Vorgehensweise, begleitet von Impulsvorträgen von Friedrich von Borries, Michael Volker, Mikala Holme Samsøe und Nils Holger Moormann.

Mehr Infos zum Wettbewerb gibt es hier.