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Kommunikationsdesign in Mainz

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Evelyn Dragan, Frankfurt

Seit 2006 lehrt sie an der Hochschule Mainz in der Fachrichtung Kommunikationsdesign. Hier initiiert sie verstärkt Seminare, studentische Vortragsreihen sowie Ausstellungen zu aktuellen Designdiskursen, in denen die Relevanz von Design für unsere Gesellschaft diskutiert wird. Am Institut Designlabor Gutenberg verantwortet sie zudem zahlreiche mehrjährige Forschungs-, Publikations- und Ausstellungsprojekte im Bereich Grafik-Design/Typografie. Aktuell leitet sie das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „UN/SEEN: Innovative Frauen in Grafik-Design und Typografie 1865-1919 und heute“. Petra Eisele ist Mitglied der Design History Society, GB.

Vita seit 2006 Professorin für Designgeschichte und Designtheorie an der Hochschule Mainz; Studium Kunstgeschichte und Germanistik; währenddessen vierjähriges Forschungsprojekt zum Thema »bauhaus medial – zur medialen Rezeption des Bauhauses«; interdisziplinäre studentische Projektarbeit in der »Experimentellen Werkstatt« der Stiftung Bauhaus Dessau; Magisterarbeit zur Bauhaus-Rezeption im postmodernen Design; Promotion an der Universität der Künste (UdK) Berlin zur postmodernen Designentwicklung seit den sechziger Jahren: »Deutsches Design als Experiment. Theoretische Neuansätze und ästhetische Manifestationen seit den 1960er Jahren« (Stipendium der IKEA-Stiftung); 2000 bis 2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Geschichte und Theorie des Design, Fakultät Gestaltung, Bauhaus-Universität Weimar; Forschungsaufenthalt in den »Archives of American Art«, Smithsonian Institution, Washington, DC; Dozentin im Departement Design an der Zürcher Hochschule der Künste (zhdk); 2008 Gründungsmitglied und bis 2014 Vorstand der Gesellschaft für Designgeschichte (GfDg).

Gutachterliche Tätigkeit u.a. für den deutschen Wissenschaftsrat, die Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung); 2015-2019 Jurymitglied »Rundgangpreis Theorie« HfG Offenbach; zahlreiche Vorträge, u.a. in Hong Kong zum Nationalen Bauhausjahr, Moderationen, Symposien und Publikationen (s.u.); Mitglied der »Design History Society« London.

Initiativen mit Studierenden und Kolleg:innen seit 2016 Initiatorin Archiv Fachrichtung Kommunikationsdesign, Fachbereich Gestaltung, Hochschule Mainz; 2018 Initiatorin des Seminar- und Veranstaltungsraumes sowie Showrooms »LUX – Pavillon der Hochschule Mainz«; seit 2021 DESIGN(PLUS) — zur Relevanz von Design heute: DESIGN(RESEARCH): Publikation »Thesen zum Lesen«; DESIGN(GALLERY): Ausstellung »Design Reading Rooms«, LUX – Pavillon der Hochschule Mainz, Ausstellung »type & chairs«, LUX – Pavillon der Hochschule Mainz / InTeF – Institut für Neue Technische Form Darmstadt; DESIGN(TALKS): Vortragsreihe 2021 »Read ON & ON«, LUX – Pavillon der Hochschule Mainz und online, Vortragsreihe 2022 »DOUBTS & DIALOGUES«, LUX – Pavillon der Hochschule Mainz und online; seit 2021 Gender orientierte Wiki-Workshops und Edit-a-Thons; 2023 »THE LANGUAGE OF PLANTS. Nature Interventions«, Design Campus Lab Pillnitz, Kunstgewerbemuseum Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD).

A-Z – Publikation, 2019

Würden Sie sich eher als Designhistorikerin oder als Designforscherin bezeichnen? Wie beschreiben Sie Ihr Berufsfeld?

Als Designforscherin, da ich mich einerseits auf Designtheorie, aber auch auf Designgeschichte und das Erforschen von Denkansätzen aus der Vergangenheit beziehe

Welche Themenbereiche umfasst Design für Sie?

Die Themenbereiche umfassen das Spannungsfeld zwischen der Ästhetik, dem herstellungstechnischen Bereich und dem wirtschaftlichen Bereich.

Wie grenzt sich Design zu Kunst oder Handwerk ab?

Das Interessante, was Design ausmacht und von der Kunst abgrenzt, ist das zutiefst Anwendungsorientierte. Es geht in erster Linie nicht um eine künstlerische, individuelle Selbstverwirklichung, sondern um die gesellschaftliche Relevanz dessen, was gestaltet wird. Design beschäftigt sich mit Alltag und mit „Heute“. Somit hat es auch sehr viel mit sozialen Aspekten zu tun, mit gemeinschaftlichen Aufgaben einer Gesellschaft und mit politischer Verantwortung. Die letzten Jahre ist ein leises Aufbegehren zu verspüren; Studierende werden kritischer und unsere Gesellschaft wendet sich dem Sozialen, dem Ökologischen, dem Gemeinschaftlichen stärker zu, was auch einen Effekt auf das Design hat. Der Einfluss von Design auf unsere Gesellschaft wird oft unterschätzt. Man muss diese Einflussnahme erstmal erkennen und dann positiv einsetzen.

Der Einfluss von Design auf unsere Gesellschaft wird unterschätzt.

Was ist ihr Ausblick, welche Rolle spielt Design in der Zukunft?

Design wird nach wie vor eine große Rolle spielen. Vor allem in unserer turbokapitalistischen Gesellschaft, in der es darum geht, immer stärker zu verwerten und Marken und große Konzerne zu stabilisieren. In den letzten zwanzig Jahren hat Design in der Gesellschaft aber auch eine subversive Kraft entwickelt: Das Bedienen von Bedürfnissen, die angeblich da sind, sowie der Widerstand dagegen. Wichtig ist zu wissen, dass es diese beiden Pole gibt und dass man sich immer wieder entscheiden kann, mehr in die eine oder andere Richtung zu gehen.

Futura. Die Schrift, 2016

Was waren die größten Meilensteine?

Das Forschungsprojekt zum Thema Bauhaus-Rezeption, das ich mit sechs Kommilitoninnen im Studium initiierte, war ein Schlüsselerlebnis. Dort habe ich gemerkt, wie vielfältig man ein Thema im Team beleuchten und sich intellektuell weiterbringen kann.

Sie haben verschiedene Arbeitsbereiche: Sie lehren an der Hochschule, Sie publizieren, Sie halten Vorträge… Welcher Teil Ihrer Arbeit bereichert Sie am meisten?

Es ist die Kombination zwischen Zusammenarbeit mit den Studierenden, Forschungsprojekten, Publikation und die Interaktion mit der Öffentlichkeit durch Ausstellungen. Das Arbeiten an der Hochschule finde ich das Interessanteste, weil man die Möglichkeit hat, die Forschungsgebiete selbst zu definieren und die Projekte teilweise zusammen mit Studierenden verfolgen kann.

Welche ihrer Arbeiten gefällt Ihnen immer wieder aufs Neue?

Das „Futura“-Buch ist besonders schön geworden, und wir sind stolz, dass es auch ins Englische übersetzt wurde. Auch „Texte zur Typografie“ gehört dazu. Bei „Klassiker des Produktdesign“ freut es mich, dass sogar Kollegen in Hongkong das Buch als Grundlage für Seminare nutzen und es sich inzwischen auch in Deutschland verbreitet hat.

Können Sie die Lehre an der Hochschule Mainz in drei Adjektiven beschreiben?

(überlegt) Fundiert, zukunftsweisend und persönlich.

Welcher Rat war hilfreich?

(lacht): Es gibt kein Buch ohne Fehler.

Jetzt wären wir zum persönlichen Gegenstand gekommen.

Ich habe ein weißes DIN A4 Papier mitgebracht und finde, dass das ein toller Gegenstand ist, weil es viel mit dem Thema Design, Normung und System zu tun hat. Es fixiert aber auch Gedanken in Sprache und kann einen Diskurs beginnen.

Klassiker des Produktdesign, 2014

Design ist...

Alles.

Designer sind…

Kreativ. Kreativität ist Inspiration und Konzentration.

Studierende sind…

Sympathisch.

Kollegen sind…

Auch sympathisch. (lacht)

Das Interview wurde am 29.04.2019 von Beate Hartwig und Aline Heß geführt.

Ausstellungs-, Forschungs- und Publikationsprojekte:

Neuere Publikationen (Auswahl):

Neuere Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

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2018